Was versteht man unter Masterbatch?
Ein Masterbatch ist ein hoch konzentriertes Kunststoffgranulat, das Farbstoffe, Pigmente oder funktionelle Additive enthält. Es wird auch als Farbkonzentrat, Additivkonzentrat oder polymergebundener Zusatzstoff bezeichnet. Masterbatches werden bei der Kunststoffverarbeitung eingesetzt, um Kunststoffe einzufärben oder gezielt bestimmte Materialeigenschaften zu verändern.
Bei der Herstellung wird das Masterbatch in einer definierten Menge mit dem eigentlichen Kunststoffrohstoff, dem sogenannten Basispolymer, vermischt. Während der anschließenden Verarbeitung verteilt sich das Konzentrat im Kunststoff und sorgt dafür, dass das fertige Produkt die gewünschten Farbeigenschaften oder technischen Funktionen erhält.
Masterbatches kommen bei der Herstellung zahlreicher Kunststoffprodukte zum Einsatz, beispielsweise bei Verpackungsfolien, Kunststoffbeuteln, Kanistern, Rohren, Spritzgussteilen und technischen Kunststoffkomponenten.
Im Vergleich zur direkten Zugabe von Pigmentpulvern, Pasten oder flüssigen Zusatzstoffen bieten Masterbatches häufig Vorteile bei der Dosierung, Handhabung und Prozesssicherheit. Da die Wirkstoffe bereits in einem geeigneten Trägerpolymer eingearbeitet sind, lassen sie sich bei sachgerechter Verarbeitung gleichmäßiger dosieren und in den Kunststoff einarbeiten.

Wie funktioniert Masterbatch bei der Kunststoffverarbeitung?
Masterbatches werden dem jeweiligen Kunststoffrohstoff während des Verarbeitungsprozesses in einer festgelegten Konzentration zugesetzt. Die benötigte Dosierung richtet sich nach der gewünschten Farbe, der erforderlichen Wirkung und den technischen Vorgaben des Masterbatch-Herstellers.
Bei der Folienextrusion wird das Masterbatch beispielsweise zusammen mit dem Basispolymer in die Verarbeitungsanlage eingebracht. Durch Wärme und mechanische Bewegung wird das Material aufgeschmolzen und homogenisiert. Dabei verteilen sich die enthaltenen Pigmente oder Additive im Kunststoff.
Die genaue Dosierung ist entscheidend für die Qualität des fertigen Produkts. Eine zu geringe Zugabemenge kann dazu führen, dass die gewünschte Farbe oder Funktion nicht vollständig erreicht wird. Eine zu hohe Konzentration kann dagegen die Materialeigenschaften, die Verarbeitung oder die Wirtschaftlichkeit beeinflussen.
Wichtige Faktoren bei der Verarbeitung sind:
- Trägerpolymer: Das Masterbatch muss mit dem verwendeten Kunststoff, beispielsweise LDPE, LLDPE, HDPE oder PP, kompatibel sein.
- Dosierung: Die Zugabemenge muss auf die gewünschte Farbe oder Funktion abgestimmt werden.
- Verarbeitungstemperatur: Die enthaltenen Pigmente und Additive müssen für die jeweiligen Temperaturbedingungen geeignet sein.
- Mischung und Verteilung: Eine gleichmäßige Verteilung ist wichtig, um eine homogene Farbe und eine zuverlässige Funktion zu erreichen.
- Endanwendung: Die Auswahl des Masterbatches richtet sich nach den Anforderungen des fertigen Kunststoffprodukts.
Durch die Verwendung eines geeigneten Masterbatches lassen sich Kunststoffprodukte gezielt an unterschiedliche technische und optische Anforderungen anpassen.
Welche Arten von Masterbatch gibt es?
Grundsätzlich unterscheidet man drei Hauptgruppen:
- Farb-Masterbatch zur Einfärbung von Kunststoffen.
- Additiv-Masterbatch zur gezielten Veränderung von Materialeigenschaften.
- Kombinations-Masterbatch, das Farbstoffe und funktionelle Additive miteinander verbindet.
Welche Variante geeignet ist, hängt vom gewünschten Ergebnis und vom jeweiligen Anwendungsbereich ab.
1. Farb-Masterbatch – Kunststoff gezielt einfärben
Farb-Masterbatches werden eingesetzt, um Kunststoffprodukte in einer bestimmten Farbe herzustellen. Sie enthalten konzentrierte Pigmente oder Farbstoffe, die in einem Trägerpolymer verteilt sind.
Durch die Zugabe des Farbkonzentrats kann der Kunststoff in unterschiedlichen Farbtönen eingefärbt werden. Abhängig von den eingesetzten Pigmenten, der Konzentration und der Materialstärke sind transparente, transluzente oder opake Farbeffekte möglich.
Dabei bezeichnet transparent eingefärbter Kunststoff ein Material, durch das Licht und Gegenstände weiterhin erkennbar sein können. Transluzente Kunststoffe lassen Licht hindurch, streuen es jedoch stärker. Opake Kunststoffe sind dagegen undurchsichtig.
Farb-Masterbatches werden unter anderem für folgende Anwendungen verwendet:
- Farbige Verpackungsfolien und Kunststoffbeutel.
- Abdeckfolien und technische Folien.
- Kunststoffbehälter und Verschlüsse.
- Spritzgussteile und technische Kunststoffprodukte.
- Farblich gekennzeichnete Verpackungs- und Industrieprodukte.
Die Auswahl des passenden Farb-Masterbatches richtet sich nach dem gewünschten Farbton, der Deckkraft, der Materialart und den Anforderungen an die Verarbeitung.
2. Additiv-Masterbatch – Kunststoff mit zusätzlichen Funktionen
Additiv-Masterbatches dienen dazu, bestimmte Eigenschaften eines Kunststoffprodukts gezielt zu verändern oder zu verbessern. Sie enthalten funktionelle Zusatzstoffe, die während der Verarbeitung in den Kunststoff eingebracht werden.
Je nach Zusammensetzung können sie beispielsweise die UV-Beständigkeit, das Gleitverhalten, die Oberflächenreibung oder die elektrostatische Aufladung beeinflussen.
Zu den häufig verwendeten Additiv-Masterbatches gehören UV-Stabilisatoren, Flammschutzmittel, Antistatika, Antiblockmittel, Gleitmittel und Antirutsch-Zusätze.
UV-Masterbatch – Schutz vor ultravioletter Strahlung
UV-Masterbatches enthalten Zusatzstoffe, die den Kunststoff vor den schädlichen Auswirkungen ultravioletter Strahlung schützen können. Sie werden beispielsweise bei Folien eingesetzt, die im Freien verwendet werden oder längere Zeit Sonnenlicht ausgesetzt sind.
UV-Strahlung kann bei vielen Kunststoffen Alterungsprozesse beschleunigen. Mögliche Folgen sind Versprödung, Veränderungen der Farbe und eine Verschlechterung mechanischer Eigenschaften.
Durch geeignete UV-Stabilisatoren lässt sich die Beständigkeit verbessern. Die erreichbare Schutzwirkung hängt unter anderem von der Masterbatch-Rezeptur, der Dosierung, der Folienstärke und der Intensität der UV-Belastung ab.
Flammschutz-Masterbatch – Verbesserung des Brandverhaltens
Flammschutz-Masterbatches enthalten Additive, die das Brandverhalten eines Kunststoffprodukts beeinflussen sollen. Sie werden unter anderem für technische Kunststoffteile, Kabelanwendungen und bestimmte Folienprodukte eingesetzt.
Die erforderliche Zusammensetzung und Dosierung hängen vom Kunststoff, der Produktgeometrie und den geltenden Anforderungen ab.
Wichtig ist, dass die Zugabe eines Flammschutz-Masterbatches allein keine bestimmte Brandschutzklasse garantiert. Eine Klassifizierung, beispielsweise nach DIN 4102 oder EN 13501-1, muss für das konkrete Produkt und die jeweiligen Prüfbedingungen nachgewiesen werden. Die beiden Normen verwenden unterschiedliche Klassifizierungssysteme und sind nicht ohne Weiteres gleichzusetzen.
Antistatik-Masterbatch – Verringerung elektrostatischer Aufladung
Kunststoffe wie Polyethylen besitzen von Natur aus einen hohen elektrischen Widerstand. Dadurch können sie sich bei Reibung oder Trennung von Oberflächen elektrostatisch aufladen.
Die Folgen können Staubanziehung, Schwierigkeiten bei der Folienverarbeitung und unerwünschte elektrostatische Entladungen sein.
Antistatik-Masterbatches werden eingesetzt, um die elektrostatische Aufladung zu reduzieren. Je nach Wirkstoff und Zusammensetzung können sie die Ladungsableitung an der Kunststoffoberfläche verbessern.
Das ist beispielsweise bei Verpackungsfolien, Beuteln und industriellen Verpackungsprozessen von Bedeutung.
Die erreichbare antistatische Wirkung hängt unter anderem von der Dosierung, der Luftfeuchtigkeit, der Materialzusammensetzung und der Zeit nach der Verarbeitung ab. Antistatische Eigenschaften sind außerdem nicht mit einer dauerhaft elektrisch leitfähigen oder für den Explosionsschutz geeigneten Verpackung gleichzusetzen.
Antiblock-Masterbatch – Verhindert das Verblocken von Folien
Antiblock-Masterbatches werden vor allem bei der Herstellung von Kunststofffolien eingesetzt. Sie reduzieren die Haftung zwischen aufeinanderliegenden Folienoberflächen.
Ohne geeignete Antiblock-Einstellung können Folien beim Aufwickeln, Lagern oder Abrollen stark aneinanderhaften. Dieses sogenannte Verblocken kann die Weiterverarbeitung erschweren.
Antiblock-Additive erzeugen beziehungsweise fördern mikroskopisch kleine Abstände zwischen den Folienoberflächen. Dadurch lassen sich die Kontaktflächen reduzieren und die Folien leichter voneinander trennen.
Typische Vorteile sind:
- Verbesserte Abrollbarkeit von Folienrollen.
- Erleichterte Verarbeitung bei Konfektionierung und Verpackung.
- Geringeres Risiko des Verblockens während der Lagerung.
- Bessere Handhabung von Beuteln und Folien.
Die Wirkung hängt von der eingesetzten Rezeptur, der Folienstärke und der Verarbeitung ab. Antiblockmittel können außerdem die optischen Eigenschaften, beispielsweise die Transparenz oder den Glanz, beeinflussen.
Gleitmittel-Masterbatch (Slip) – Für bessere Gleiteigenschaften
Gleitmittel-Masterbatches werden eingesetzt, um die Reibung zwischen Kunststoffoberflächen zu verringern. Sie verbessern damit die Gleiteigenschaften von Folien und können die Weiterverarbeitung erleichtern.
Je nach Additiv wandern die Wirkstoffe teilweise an die Folienoberfläche und reduzieren dort die Reibung. Dadurch können Folien besser über Maschinenkomponenten laufen und sich leichter handhaben lassen.
Gleitmittel werden häufig bei Verpackungsfolien verwendet, die schnell verarbeitet, gefaltet oder abgerollt werden müssen.
Die Kombination mit einem Antiblock-Masterbatch ist ebenfalls möglich. Dabei muss die Rezeptur aufeinander abgestimmt werden, da Gleitmittel und Antiblockmittel unterschiedliche Aufgaben erfüllen und sich gegenseitig beeinflussen können.
Antirutsch-Masterbatch – Für höhere Oberflächenreibung
Antirutsch-Masterbatches werden verwendet, wenn Kunststofffolien oder Beutel eine erhöhte Oberflächenreibung benötigen.
Während Gleitmittel die Reibung reduzieren, sollen Antirutsch-Additive das Verrutschen von verpackten Waren oder das Gleiten von Folienoberflächen begrenzen.
Das ist insbesondere bei bestimmten Hochleistungsbeuteln, Transportverpackungen und Anwendungen relevant, bei denen eine sichere Handhabung wichtig ist.
Die Einstellung der Oberflächenreibung muss an den konkreten Einsatzzweck angepasst werden. Auch die Kombination mit Antiblock-Additiven kann erforderlich sein, wenn gleichzeitig ein gutes Trenn- und Abrollverhalten gewünscht wird.
3. Kombinations-Masterbatch – Farbe und Funktion in einem Produkt
Kombinations-Masterbatches enthalten sowohl Farbkomponenten als auch funktionelle Additive. Sie ermöglichen es, Kunststoffprodukte gleichzeitig einzufärben und mit zusätzlichen Eigenschaften auszustatten.
Ein solches Konzentrat kann beispielsweise Farbpigmente und UV-Stabilisatoren oder Farbpigmente und Antistatika enthalten.
Der Vorteil besteht darin, dass mehrere Komponenten über ein abgestimmtes Produkt zugegeben werden können. Das kann die Dosierung vereinfachen und die Anzahl der separat benötigten Zusatzstoffe reduzieren.
Entscheidend ist, dass die einzelnen Bestandteile miteinander kompatibel sind und die gewünschte Wirkung unter den jeweiligen Verarbeitungsbedingungen erreicht wird.
Welche Vorteile bietet Masterbatch gegenüber Pulver oder Flüssigadditiven?
Masterbatches bieten bei der Kunststoffverarbeitung verschiedene Vorteile gegenüber der direkten Zugabe von Pigmentpulvern, Pasten oder flüssigen Zusatzstoffen.
Einfache und kontrollierte Dosierung
Masterbatches werden üblicherweise in Granulatform geliefert. Dadurch lassen sie sich mit geeigneten Dosiergeräten kontrolliert in den Kunststoffverarbeitungsprozess einbringen.
Gute Verarbeitbarkeit
Da Pigmente und Additive bereits in einem Trägerpolymer eingearbeitet sind, kann ihre Verteilung im Kunststoff erleichtert werden. Voraussetzung sind eine geeignete Rezeptur und passende Verarbeitungsbedingungen.
Saubere Handhabung
Granulate lassen sich in der Regel einfacher lagern, transportieren und dosieren als lose Pulver oder pastöse Produkte. Das kann die Sauberkeit am Arbeitsplatz verbessern und den Umgang mit konzentrierten Zusatzstoffen vereinfachen.
Gleichmäßige Produktqualität
Bei geeigneter Dosierung und ausreichender Durchmischung können Masterbatches zu einer gleichmäßigen Einfärbung und einer reproduzierbaren Funktion beitragen.
Flexible Anpassung
Durch die Auswahl unterschiedlicher Farben und Additivtypen können Kunststoffprodukte an verschiedene optische und technische Anforderungen angepasst werden.
Wie wird die richtige Masterbatch-Dosierung bestimmt?
Die Dosierung eines Masterbatches richtet sich nach der Konzentration des Wirkstoffs, dem gewünschten Effekt und den technischen Vorgaben des Herstellers.
Bei Farb-Masterbatches ist beispielsweise entscheidend, welcher Farbton und welche Deckkraft erreicht werden sollen. Bei Additiv-Masterbatches hängt die Dosierung davon ab, welche funktionelle Eigenschaft benötigt wird.
Eine höhere Zugabemenge führt nicht automatisch zu einem besseren Ergebnis. Sie kann die Kosten erhöhen und unter Umständen andere Eigenschaften des Kunststoffs beeinträchtigen.
Für die richtige Einstellung sollten deshalb die technischen Datenblätter des Masterbatch-Herstellers berücksichtigt und gegebenenfalls Verarbeitungstests durchgeführt werden.
Für welche Kunststoffe eignen sich Masterbatches?
Masterbatches sind für viele thermoplastische Kunststoffe erhältlich. Entscheidend ist, dass das Trägerpolymer und die Additivrezeptur für den jeweiligen Kunststoff geeignet sind.
Zu den häufig verwendeten Basispolymeren gehören:
- LDPE: Polyethylen niedriger Dichte, beispielsweise für flexible Verpackungsfolien und Beutel.
- LLDPE: Lineares Polyethylen niedriger Dichte, unter anderem für belastbare Folien.
- HDPE: Polyethylen hoher Dichte, beispielsweise für steifere Folien und Behälter.
- PP: Polypropylen, beispielsweise für Verpackungen und technische Kunststoffprodukte.
Nicht jedes Masterbatch ist für jeden Kunststoff geeignet. Vor der Verwendung sollte geprüft werden, ob das Produkt für das jeweilige Basispolymer und die Verarbeitungstemperatur freigegeben ist.
Was bedeutet der Begriff Masterbatch?
Der Begriff Masterbatch stammt aus der englischen Fachsprache. Er setzt sich aus „master“ und „batch“ zusammen und wird in der Kunststoffindustrie für konzentrierte Mischungen aus Polymer und Zusatzstoffen verwendet.
Im Deutschen werden häufig die Begriffe Farbkonzentrat, Additivkonzentrat oder Kombinationskonzentrat verwendet. Im betrieblichen Alltag ist „Masterbatch“ jedoch der etablierte Fachbegriff.
Fazit: Masterbatch für gezielte Farbeigenschaften und funktionelle Kunststoffe
Masterbatches sind wichtige Hilfsmittel bei der modernen Kunststoffverarbeitung. Sie ermöglichen es, Kunststoffe gezielt einzufärben und ihre Eigenschaften an die jeweilige Anwendung anzupassen.
Während Farb-Masterbatches für das gewünschte Erscheinungsbild sorgen, verändern Additiv-Masterbatches beispielsweise die UV-Beständigkeit, die elektrostatische Aufladung, die Reibung oder das Brandverhalten. Kombinations-Masterbatches vereinen mehrere Funktionen in einem Produkt.
Für ein optimales Ergebnis sind die Auswahl eines geeigneten Masterbatches, die Kompatibilität mit dem Basispolymer und eine korrekt abgestimmte Dosierung entscheidend.
Bei der Herstellung von Kunststofffolien und Verpackungen trägt der gezielte Einsatz von Masterbatches dazu bei, die gewünschten Produkteigenschaften kontrolliert und reproduzierbar einzustellen.




