Die Sauerstoffdurchlässigkeit von Polyethylen (PE) beschreibt, wie viel Sauerstoff innerhalb eines bestimmten Zeitraums durch eine Kunststofffolie hindurchtreten kann. Sie ist eine wichtige Materialeigenschaft bei der Auswahl von Verpackungsfolien, Schutzfolien und technischen Kunststoffprodukten.
Unter den Barriereeigenschaften von Kunststoffen versteht man deren Fähigkeit, den Durchtritt von Gasen, Dämpfen und Aromastoffen zu begrenzen. Dazu gehören beispielsweise Sauerstoff, Kohlendioxid, Stickstoff und Wasserdampf. Je geringer die Durchlässigkeit für einen bestimmten Stoff ist, desto besser ist die Barrierewirkung gegenüber diesem Stoff.
Polyethylen wird aufgrund seiner vielseitigen Eigenschaften häufig in der Verpackungsindustrie eingesetzt. Es bietet eine gute Barriere gegenüber Wasserdampf und schützt viele Produkte vor Feuchtigkeitsaufnahme oder Austrocknung. Beim Schutz vor Sauerstoff sind die Eigenschaften jedoch anders zu bewerten: PE ist im Vergleich zu speziellen Hochbarrierematerialien relativ sauerstoffdurchlässig.
Die tatsächliche Sauerstoffdurchlässigkeit hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören insbesondere der PE-Typ, die Folienstärke, die Temperatur, die Prüfbedingungen und die Materialzusammensetzung.
Wie sauerstoffdurchlässig ist PE?
Die Sauerstoffdurchlässigkeit von Polyethylen unterscheidet sich je nach Materialtyp und Verarbeitung. Grundsätzlich wird zwischen verschiedenen Polyethylenarten unterschieden, insbesondere zwischen PE-HD und PE-LD.
Sauerstoffdurchlässigkeit von PE-HD
PE-HD (Polyethylen hoher Dichte, englisch High Density Polyethylene) besitzt eine vergleichsweise dichte Molekülstruktur und einen höheren Kristallinitätsgrad. Dadurch stehen weniger amorphe Bereiche für den Transport von Gasmolekülen zur Verfügung.
Unter vergleichbaren Prüfbedingungen weist PE-HD häufig eine geringere Sauerstoffdurchlässigkeit auf als PE-LD. Es kann deshalb vorteilhaft sein, wenn bei einer Kunststofffolie eine möglichst geringe Gasdurchlässigkeit gewünscht ist.
Die tatsächliche Barrierewirkung hängt jedoch von der jeweiligen Materialqualität und der verwendeten Folienstärke ab.
Sauerstoffdurchlässigkeit von PE-LD
PE-LD (Polyethylen niedriger Dichte, englisch Low Density Polyethylene) besitzt eine stärker verzweigte Molekülstruktur und einen geringeren Kristallinitätsgrad als PE-HD.
Diese Struktur beeinflusst die Diffusion von Sauerstoff durch das Material. Bei vergleichbarer Dicke und unter identischen Prüfbedingungen weist PE-LD häufig eine höhere Sauerstoffdurchlässigkeit auf als PE-HD.
PE-LD wird besonders häufig für flexible Verpackungsfolien, Beutel, Abdeckfolien und andere Anwendungen verwendet, bei denen Flexibilität, Siegeleigenschaften und Verarbeitbarkeit eine wichtige Rolle spielen.
Welche Faktoren beeinflussen die Sauerstoffdurchlässigkeit von PE-Folien?
Die Sauerstoffdurchlässigkeit einer PE-Folie wird von mehreren Material- und Umgebungsfaktoren beeinflusst. Bei der Auswahl einer geeigneten Verpackungsfolie sollten diese Faktoren gemeinsam betrachtet werden.
1. Folienstärke
Die Dicke einer Kunststofffolie hat einen wesentlichen Einfluss auf den Sauerstoffdurchtritt. Bei gleichem Material und vergleichbaren Prüfbedingungen gilt grundsätzlich: Je dicker die Folie, desto länger ist der Diffusionsweg für den Sauerstoff und desto geringer ist in der Regel die Sauerstoffdurchgangsrate.
Eine dünne PE-Folie lässt entsprechend mehr Sauerstoff pro Flächeneinheit hindurch als eine dickere Folie aus demselben Material.
2. Materialtyp und Dichte
Die Molekülstruktur beeinflusst, wie leicht Sauerstoff durch Polyethylen diffundieren kann. PE-HD besitzt häufig eine bessere Sauerstoffbarriere als PE-LD. Der genaue Unterschied hängt von der jeweiligen Rezeptur, dem Kristallinitätsgrad und der Materialqualität ab.
3. Temperatur
Die Temperatur beeinflusst die Beweglichkeit der Moleküle innerhalb des Kunststoffs. Bei steigender Temperatur nimmt die Sauerstoffdurchlässigkeit vieler Kunststoffmaterialien zu.
Deshalb sind Messwerte nur dann sinnvoll miteinander vergleichbar, wenn sie unter gleichen oder entsprechend vergleichbaren Temperaturbedingungen ermittelt wurden.
4. Sauerstoffpartialdruckdifferenz
Der Sauerstofftransport durch eine Folie wird durch den Unterschied des Sauerstoffpartialdrucks zwischen der Innen- und Außenseite angetrieben. Je nach Prüfverfahren werden unterschiedliche Druckverhältnisse eingestellt.
Bei der Beurteilung von Datenblättern sollte deshalb berücksichtigt werden, unter welchen Bedingungen die Sauerstoffdurchlässigkeit gemessen wurde.
5. Materialzusammensetzung und Verarbeitung
Neben dem Grundmaterial können die Rezeptur, zusätzliche Schichten, Beschichtungen und die Verarbeitung die Barriereeigenschaften beeinflussen.
Auch die fertige Verpackung muss betrachtet werden: Undichte Siegelnähte, Löcher oder mechanische Beschädigungen können den tatsächlichen Sauerstoffeintrag erhöhen, selbst wenn das Folienmaterial für den jeweiligen Einsatzzweck geeignet ist.
Wie kann die Sauerstoffbarriere von PE verbessert werden?
Wenn eine Verpackung einen besonders hohen Schutz vor Sauerstoff benötigt, kann eine reine PE-Folie an ihre Grenzen stoßen. In solchen Fällen lässt sich die Barrierewirkung durch geeignete Materialkombinationen oder zusätzliche Funktionsschichten verbessern.
Mehrschichtige Kunststofffolien
Mehrschichtige Verpackungsfolien kombinieren verschiedene Materialien mit unterschiedlichen Eigenschaften. Während PE beispielsweise für die Siegelbarkeit, Flexibilität und Feuchtigkeitsbarriere eingesetzt werden kann, übernimmt eine zusätzliche Barriereschicht den verbesserten Schutz vor Sauerstoff.
Je nach Anwendung kommen hierfür Materialien wie EVOH oder geeignete Polyamidtypen zum Einsatz. Welche Kombination sinnvoll ist, hängt von der benötigten Barrierewirkung, den Verarbeitungsbedingungen und den Eigenschaften des verpackten Produkts ab.
Spezielle Beschichtungen und Barriereschichten
Beschichtungen und zusätzliche Funktionsschichten können die Sauerstoffdurchlässigkeit ebenfalls reduzieren. Dabei müssen die Anforderungen an mechanische Belastbarkeit, Feuchtigkeit, Verarbeitung und Lebensmittelkontakt berücksichtigt werden.
Nicht jede Beschichtung eignet sich für jede Anwendung. Die Wirksamkeit sollte deshalb anhand technischer Daten oder durch Prüfungen an der fertigen Verpackung beurteilt werden.
Optimierung der Verpackung
Neben dem Material ist die Verarbeitung entscheidend. Gleichmäßige Foliendicken, geeignete Siegelnähte und eine möglichst beschädigungsfreie Verpackung tragen dazu bei, den Sauerstoffeintrag zu begrenzen.
Für empfindliche Produkte kann es außerdem sinnvoll sein, die gesamte Verpackungslösung unter realistischen Lager- und Transportbedingungen zu prüfen.
Welche Bedeutung hat die Sauerstoffdurchlässigkeit bei Lebensmittelverpackungen?
Bei Lebensmittelverpackungen ist die Sauerstoffbarriere ein wichtiger Faktor für die Produktqualität und Haltbarkeit. Sauerstoff kann Oxidationsprozesse auslösen oder beschleunigen, die unter anderem zu Farbveränderungen, Aromaverlusten und Veränderungen von Fetten führen können.
Wie hoch die erforderliche Sauerstoffbarriere sein muss, hängt vom jeweiligen Lebensmittel ab. Empfindliche Produkte können einen deutlich höheren Schutz benötigen als Produkte, bei denen der Sauerstoffeintrag eine geringere Rolle spielt.
PE-Folien eignen sich für viele Verpackungsanwendungen, wenn eine gute Feuchtigkeitsbarriere, Flexibilität und zuverlässige Siegeleigenschaften gefragt sind. Bei Produkten mit hohen Anforderungen an den Sauerstoffschutz können hingegen mehrschichtige Folien oder spezielle Barriereverpackungen erforderlich sein.
Die Auswahl des Materials sollte daher immer anhand der Produktempfindlichkeit, der vorgesehenen Haltbarkeit und der Lagerbedingungen erfolgen.
Wie wird die Sauerstoffdurchlässigkeit von PE gemessen?
Die Sauerstoffdurchlässigkeit von Kunststofffolien wird mithilfe standardisierter Prüfverfahren ermittelt. Dabei wird bestimmt, wie viel Sauerstoff unter definierten Bedingungen durch eine festgelegte Folienfläche hindurchtritt.
Ein häufig verwendeter Kennwert ist die Sauerstoffdurchgangsrate, international als Oxygen Transmission Rate (OTR) bezeichnet.
Die OTR wird üblicherweise in cm³/(m² · d) angegeben. Sie beschreibt das Sauerstoffvolumen, das innerhalb von 24 Stunden durch einen Quadratmeter Folie hindurchtritt. Für eine aussagekräftige Bewertung müssen die Prüfbedingungen, insbesondere Temperatur und Sauerstoffpartialdruckdifferenz, berücksichtigt werden.
Zu den relevanten Prüfstandards gehören beispielsweise ASTM D3985 und die jeweils anwendbaren Verfahren der Normenreihe ISO 15105. Die konkrete Prüfnorm sollte anhand des verwendeten Messverfahrens und der aktuellen Normausgabe ausgewählt werden.
Für einen zuverlässigen Vergleich verschiedener PE-Folien empfiehlt es sich, die Werte nur dann direkt gegenüberzustellen, wenn sie unter vergleichbaren Prüfbedingungen ermittelt wurden.
Abhängig von der Folienstärke ergeben sich folgende Werte für die Sauerstoff-Durchlässigkeit:

PE-LD Folien besitzen eine geringe Wasserdampfdurchlässigkeit und eine relativ hohe Sauerstoffdurchlässigkeit.
Bedeutung für die Verpackung:
- Bei der Verpackung von Lebensmitteln ist eine niedrige Sauerstoffdurchlässigkeit wichtig, um das Verderben von Produkten durch Oxidation zu verhindern.
- Bei Produkten, die eine gewisse Atmungsaktivität benötigen (z.B. Mundschutze), kann eine höhere Sauerstoffdurchlässigkeit erwünscht sein.
weitere Eigenschaften:
Materialbeständigkeit bei LDPE/PP
Einige Textpassagen wurden mit Hilfe von KI erstellt.




